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    2. Deutsche Sicherheitskonferenz für Events ging erfolgreich über die Bühne

    19.11.2018

    2. Deutsche Sicherheitskonferenz für Events in Dortmund (Foto: BlachReport)

     

    „Vorbereitung auf den Ernstfall: Evakuierungskonzepte und Krisenmanagement für Events“ lautete das Motto der 2. Deutschen Sicherheits-Konferenz für Events, die vor wenigen Tagen mit mehr als 100 Teilnehmern im Kongresszentrum Westfalenhallen Dortmund stattfand. Das Spektrum der Fachbeiträge zur Veranstaltungssicherheit reichte von wissenschaftlichen Modellen über Vorgaben und Empfehlungen an Organisationen und Veranstalter für den Umgang mit Notfällen und Anschlägen bis zur Präsentation von praktischen Beispielen. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit instrumentellen Lösungen zur Zugangskontrolle oder Analysen von Besucherbewegungen. In der Abschluss-Podiumsdiskussion der Konferenz waren sich alle Referenten einig: Die Rahmenbedingungen bezüglich Personalqualifizierung, technischem Know-how und zielgerichteter Kommunikation für Krisenfälle und die Rechtsgrundlagen im Veranstaltungsbereich müssen weiter verbessert werden.

    Initiatoren der Konferenz waren das Studieninstitut für Kommunikation, Unternehmensberatung Jastrob und das BlachReport. Tatkräftige Unterstützung leisteten das Kongresszentrum Westfalenhallen, FastLane und doo. Die Moderation der Veranstaltung übernahm wie im Vorjahr Lukas Gajewski.

    Als Einführung berichtete Holger Gerdes, Verwaltungsleiter der Fortbildungsakademie des Ministeriums des Innern Nordrhein-Westfalen, über die Grenzen des Machbaren bei Großereignissen. Als Fachplaner Besuchersicherheit leitete Gerdes 18 Jahre die Landespräsentationen bei den Festlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. An konkreten Vorfällen aus Bonn 2011 erläuterte er seine Erfahrungen als verantwortlicher Veranstaltungsleiter. Sein Rat an die Konferenzbesucher: Polizei und Rettungskräfte frühzeitig in die Planung eines Großereignisses einzubinden kann spätere Krisen und Vorfälle verhindern.

    Aus dem Bereich der Wissenschaft referierte Dr. Volker Schneider, vom IST/vfdb-Referat 4 zu „Ingenieurmethoden des Brandschutzes: Einsatzmöglichkeiten von Personenstrommodellen zur Bewertung der Personensicherheit bei Veranstaltungen“. Seit 1990 arbeitet er in der Entwicklung von Simulationsmodellen im Bereich Brandmodellierung, Personenstromanalyse und Systemzuverlässigkeit.

    Aus der angewandten Wissenschaft berichtete Dr. Angelika Kneidl als Geschäftsführerin von accu:rate, einer Ausgründung der Technischen Universität München. Forschungs-schwerpunkt ist hier die „Simulation und Analyse von Personenströmen“. Im Zuge dessen arbeitet Kneidl eng mit Sicherheitsplanern für Veranstaltungen zusammen, um die Gestaltung von Flucht- und Rettungswegen zu optimieren. Das Thema „Crowd Simulation“ werde weiter an Bedeutung zunehmen, um Gefahren für Besucher präventiv zu erkennen und auszuräumen. Zunehmend würden auch psychologische Faktoren in die aktuelle Forschung einfließen, was die Vorsehbarkeit von menschlichem Verhalten in Krisensituationen verbessere, so die Wissenschaftlerin. Sie appellierte an die Besucher, sich bei der Eventplanung über das mögliche Besucherverhalten im Krisenfall Gedanken zu machen und Fachleute zu Rate zu ziehen.

    Marcel Schettler und sein Kollege Oliver Maitre von Guest-One stellten eine Software vor, um professionelles Teil-nehmer- und Crewmanagement zu gewährleisten. Denn nur ein solches Handling gewährleiste die Sicherheit einer Veranstaltung.  So hieß der Vortrag auch: „Was Teilnehmer- und Crewmanagement mit Veranstaltungssicherheit zu tun hat“. Gerade der Umgang mit Daten von Gästen beziehungsweise Teilnehmern und Mitarbeitern müsse professionalisiert werden. Am Beispiel des Events „Germany‘s next Topmodel“, das vor Jahren von einer Bombendrohung überschattet wurde, thematisierten die Experten die praktische Umsetzung einer erfolgreichen Crew-Überwachung.

    Florian Bollig, zuständig für die Sicherheitskoordination bei der Produktionsagentur Vantage Global Event Production, stellte eine neue App zur Eventorganisation und Mitarbeitskoordi¬nierung vor: „Digitales Sicherheitsmanagement 4.0 für Veranstaltungen“. Dabei seien die Nachvollziehbarkeit und das einfache Handling der Software, aber auch die juristische Absicherung der Eventorganisation, wichtig. Konferenzbesucher konnten live die App herunterladen und ausprobieren. Prozesskoordination, Delegierung, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Qualifikation, Koordination, Kommunikation – alle Bereich der Eventorganisation werden hier digital umgesetzt und lassen sich übersichtlich verwalten. Damit werde auch das Sicherheitsmanagement professionalisiert.

    Werner Schiffer von FastLane, Full-Service-Dienstleister im Bereich des Guest Management, präsentierte das Handling der biometrischen Gesichtserkennung und deren Nutzen. Als erstes deutsches Unternehmen bietet FastLane Gesichtserkennung für Events an. Für alle Events mit hohen Sicherheitsanforderungen oder hohem Besucheraufkommen biete diese Technologie einen hohen Mehrwert. Dass es tatsächlich funktioniert, konnten die Konferenzteilnehmer im Vorfeld der Anmeldung durch das Einreichen eigener Gesichtsfotos herausfinden.

    So wie die Einführung handelte auch das Abschlussreferat von den Gefahren für die Sicherheit bei Großveranstaltungen. Dazu erläuterte Dr. rer. nat. Hans-Walter Borries als Sicherheitsexperte die Gefahren durch Drohnen und die Denkschemata potentieller Gefährder. Mit Lehrauftrag der Universität Witten/Herdecke, im Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen und Geschäftsführer sowie Inhaber von Firmitas Institut für Wirtschafts- und Sicherheitsstudien, beschäftigt er sich seit Jahren mit der Gefährdung des öffentlichen Raumes. Dabei müsse man nicht in großen Maßstäben denken, denn um Chaos auszulösen, reichten mitunter auch banale Substanzen – platziert von Einzeltätern – aus. Borries wies nachdrücklich auf die notwendige Qualifizierung von Sicherheitspersonal und von geschulten Krisenstäben hin.

    Die Veranstalter Michael Hosang, Olaf Jastrob und Peter Blach zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Networking der Konferenzteilnehmer und dem Ablauf der Veranstaltung und kündigten den nächsten Sicherheits-Kongress für 2019 an.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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